Platzangst – Zwischen offenen und geschlossenen Schubladen
Wir leben gerade in einer Welt, in der viele schlimme und unbeschreibliche Dinge geschehen, die unser Denken und (Er)Leben maßgeblich beeinflussen – In einer Zeit, in der Mauern und Grenzen oft schneller entstehen als Brücken. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, die Vielfalt und Individualität unserer Gesellschaft zu schätzen und Brücken des Verstehens zu bauen.
Doch leider neigen viele Menschen weiterhin dazu, andere in Schubladen zu stecken – aufgrund äußerer Merkmale wie Geschlecht, Herkunft, Religion oder eines vermeintlichen sozialen Status. Diese oberflächliche Sichtweise reduziert Menschen auf stereotype Merkmale und verwehrt ihnen die Anerkennung ihrer gesamten Menschlichkeit.
Solche Denkmuster beruhen oft auf veralteten Klischees, die unreflektiert von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie wirken verlockend, weil sie die Welt scheinbar einfacher und überschaubarer machen. Doch diese Einfachheit ist
trügerisch: Sie hindert uns daran, den wahren Wert und die Einzigartigkeit jedes Menschen zu erkennen. Diese Schubladen bieten vermeintliche Sicherheit, doch sie engen uns ein. Sie machen das Leben scheinbar einfacher, aber sie nehmen uns die
Freiheit, wirklich zu sehen.
Für eine friedlichere und vielfältigere Gesellschaft müssen wir bereit sein, über diese traditionellen Muster hinauszudenken. Das erfordert Neugier, Empathie und die Offenheit, andere Perspektiven zuzulassen. Meine Malserie beschäftigt sich mit
dieser Spannung – mit der Angst vor Offenheit und der Sehnsucht nach Verständnis. Mit meiner Kunst möchte ich Menschen ermutigen, diese alten Denkmuster zu hinterfragen und Raum für Verständnis und Miteinander zu schaffen.
In diesem Sinne schließe ich mit einem Zitat von Henri Bergson: „Das Auge sieht nur, was der Geist bereit ist zu verstehen.“ Veränderung beginnt in unserem Kopf – und damit bei uns selbst.













